1. Wettkampftag in Lee Valley / Großbritannien

19.09.2023 20:48
von Marianne Stenglein

Deutschland ohne Medaillen in WM-Team-Wettkämpfen

Bei teils starkem Wind sind die Deutschen nicht wie erhofft in die Kanuslalom-Weltmeisterschaften in Lee Valley London am Dienstag gestartet.

Die Ausbeute: Zwei sechste Plätze durch die Canadier-Teams der Damen und Herren sowie Rang sieben durch das Herren-Kajak-Team, die K1-Damen paddeln auf den achten Platz.

„Das schwierige an der Strecke hier war, man musste viel mehr aufeinander aufpassen, also wer wo sich gerade befindet“, erklärte C1-Weltmeister Tasiadis. „Wir haben das am Anfang ganz gut gemacht, bis Timo leider ein bisschen an Tor sieben/acht etwas abgerutscht ist.“ Von der Zeit her sei das Team dennoch zufrieden. „War schade.“ Anton sagte, als Einstieg in die Wettkämpfe finde er die Team-Wettbewerbe gut. „Es ist ein angenehmer, seichter Einstieg. Du musst zwar performen, aber du kannst auch die Last auf die anderen verteilen“, sagte er lachend. Trummer sagte scherzend, als Lehre aus diesem Rennen, „in erster Linie muss ich aufpassen, dass ich keine Poller mitnehme.“

Jasmin Schornberg (KR Hamm) meinte, klar fühle sie sich auf dem Heim-Kanal in Augsburg ein bisschen wohler auf dem Wasser. „Am Start habe ich gemerkt, der Wind bläst ganz schön. Da sind uns fast die Tore ein bisschen um die Ohren geflogen, aber das Problem war einfach ein Fahrfehler von mir am Ende. Das uns leider eine gute Platzierung gekostet“, sagte sie selbstkritisch.

Elena Lilik (Kanu Schwaben Augsburg) zieht Positives aus den Team-Wettbewerben. „Man ist die Strecke schon einmal im Wettkampfmodus heruntergefahren und weiß, wie es sich oben am Start anfühlt.“ Auch wenn die Strecke noch nicht auf dem Level der Einzelrennen gewesen sei.

Olympiasiegerin Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach) mag den Kanal in Lee Valley. „Es gibt alles Mögliche, was man hier trainieren kann. Es gibt Walzen, Wellen. Der Kanal bietet einfach so viel und das finde ich cool.“ Die Team-Strecke sei recht anspruchsvoll gewesen. „Man musste die anderen im Blick und den Fokus trotzdem auch auf sich behalten. Das war nicht ganz so leicht bei der Strecke.“

Nach den Ergebnissen, die deutlich von den Erfolgen bei der Heim-WM voriges Jahr in Augsburg abweichen, resümierte Chef-Trainer Klaus Pohlen, das man keinen Vergleich zu den Einzel-Wettkämpfen ziehen könne. „Die Mannschaftsergebnisse resultieren ja nicht aus individuellen Leistungen, sondern immer aus drei, die gemeinsam fahren. Ob wir da zurzeit so ausgeglichen besetzt sind wie wir wir uns das gerne gewünscht hätten, das muss dahin gestellt bleiben. Aber ich sehe jetzt erst einmal keine Probleme Richtung der Einzelläufe. Da denke ich mir, sieht die Welt ein bisschen anders aus.“ Dennoch unterscheiden sich die Ergebnisse bei gleichen Team-Besatzungen erheblich von denen aus 2022. Dazu sagte er, im Nachhinein müsse man das schon so bewerten, dass die eine oder andere Schwäche durch einen Heim-Vorteil in Augsburg überdeckt worden ist.“

Ergebnisse:

C1 Damen:

  1. Großbritannien
    2. Tschechien
    3. Slowenien
    6. Deutschland (Andrea Herzog, Elena Lilik, Nele Bayn)

C1 Herren:

  1. Frankreich
    2. Großbritannien
    3. Italien
    6. Deutschland (Sideris Tasiadis, Franz Anton, Timo Trummer)

K1 Damen:

  1. Australien
    2. Spanien
    3. Großbritannien
    8. Deutschland (Ricarda Funk, Elena Lilik, Jasmin Schornberg)

K1 Herren:

  1. Tschechien
    2. Frankreich
    3. Polen
    7. Deutschland (Hannes Aigner, Noah Hegge, Stefan Hengst)

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Wir drücken unserem deutschen Team für die anstehenden Qualifikationen ganz fest die Daumen.

Marianne Stenglein / Kanu Schwaben Augsburg / 19.09.2023 / Text und Fotos DKV Uta Büttner

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