Funk fliegt über den Eiskanal und siegt beim Kanu-Weltcup vor heimischer Kulisse
Ricarda Funk siegte auf dem Augsburger Olympiakanal
Weltcupsiegerin Ricarda Funk, zweite wurde die Französin Camille Prigent, dritte die Polin Klaudia Zwolinska.
ICF Weltcup Kanuslalom - Funk fliegt über den Eiskanal und siegt beim Kanu-Weltcup vor heimischer Kulisse
Augsburg – Ricarda Funk hat es wieder geschafft. Die WahlAugsburgerin siegte beim Weltcup auf dem Augsburger Eiskanal mit einem fehlerlosen Lauf im Kajak. Die besonders im unteren Streckenteil anspruchsvoll gestaltete Strecke stellte den internationalen Top-Athleten einige Herausforderungen. Emily Apel und Stefan Hengst erreichten gute Platzierungen in ihren Finals. Noah Hegge schaffte es – ebenso wie die australische Olympiasiegerin Jessica Fox – nicht in die Finalrennen. Am Samstag, 13. Juni, steht die Entscheidung im Canadier an, am Sonntag im Kajak Cross mit den Kopf-an-Kopf-Rennen am Nachmittag.
Mit dem vierten Platz hatte sich Funk im Vorlauf souverän für das Finale am Nachmittag qualifiziert. Mit der besten Fahrzeit, allerdings vier Strafsekunden, zeigte sie bereits am Mittag, was zeitlich möglich war. Eine Überraschung war zudem, dass ihre Dauerrivalin und mehrfache Olympiasiegerin Jessica Fox aus Australien überraschend im Vorlauf ausgeschieden war. Bühne frei also für Funk. Und die lieferte. Gleich in den ersten Toren war sie so flott unterwegs, dass sie schon bis zur ersten Zwischenzeit einen Vorsprung von einer Sekunde rausgefahren hatte. In den Schlüsselstellen blieb sie ruhig und konzentriert. Im Ziel leuchtete dann ihr Vorsprung von 1.15 Sekunden grün auf. Zweite wurde die Französin Camille Prigent, dritte die Polin Klaudia Zwolinska.
Und Ricarda Funk war glücklich und erleichtert: „Ich war angespannt heute. Augsburg ist der Ort, an dem man so hart trainiert, und dann sind noch Familie und Freunde da. Und die Strecke war wirklich tricky. Man musste genau auf das Wasser schauen, gut reagieren und vorausschauend fahren. Deshalb bin ich sehr happy, dass es mir gelungen ist, so einen Lauf im Finale runterzubringen.“ Der Sieg auf der Heimstrecke bedeute ihr nochmal mehr als auf einer anderen Strecke: „Das Feeling am Start ist besonders. Und die Erwartungshaltung ist dann natürlich auch da. Wenn man die dann erfüllen kann, ist es ein sehr schönes Gefühl.“
Auch Emily Apel (Kanu Schwaben Augsburg) zeigte sich in starker Verfassung und erpaddelte einen beeindruckenden fünften Platz – trotz zweier Strafsekunden wegen einer Torstabberührung. Ohne die hätte es sogar für Bronze gereicht. Für Apel allerdings kein Grund zu Traurigkeit: „Ich bin sehr happy. Klar, hat das Ergebnis einen kleinen Beigeschmack. Aber ich bin insgesamt sehr zufrieden. Ich habe mich sehr gefreut, wieder hier in Augsburg im Finale am Start zu stehen, weil Familie und Freunde alle da sind. Ich bin nicht anders an den Wettkampf heran gegangen, aber die Atmosphäre ist schon besonders, es ist lauter.“ Nach dem 7. Platz in Prag am vergangenen Wochenende und nun dem 5. Platz in Augsburg zeigt Apel, dass sie sich kontinuierlich der Weltspitze annähert: „Ich fange jetzt so langsam an, daran zu glauben, was ich kann, und dass das gut genug ist. Das hat mir in den letzten Jahren gefehlt. Da wollte ich
immer ein bisschen zu viel.“
Bei den Männern im Kajak war Stefan Hengst (Hamm) der einzige Deutsche im Finale. Mit einem soliden Lauf und kleinen Patzern belegte er hier den siebten Platz. Der hinterließ bei ihm gemischte Gefühle: „Es ist kein schlechtes Ergebnis, aber ich weiß, dass mehr drin gewesen wäre – gerade hier in Augsburg. Das ist schon ein bisschen ärgerlich, aber ich bin jetzt auch nicht komplett unzufrieden.“
Der junge Kajakfahrer Christian Stanzel (AKV) hätte fast für eine Sensation gesorgt. Mit dem 13. Platz und nur vier Hundertstel Rückstand schrammte er haarscharf am Finale vorbei. Eine Leistung, die sich beim ersten Heimweltcup für den 21-Jährigen wirklich sehen lassen kann.
Schlechter lief es dagegen bei Noah Hegge (Kanu Schwaben Augsburg). Er patzte in der schweren Abwärtskombination im unteren Streckenteil und berührte einen Torstab mit dem Heck. Das kostete ihn das Finale: „Ich hatte eigentlich einen guten Lauf. Ein Fahrfehler zwischen Tor 8 und 9 hat mich kurz rausgebracht, aber da habe ich mich zurück gekämpft. So ein Zweier mit dem Heck passiert mir sehr selten. Schade, dass es dann nicht reicht, aber grundsätzlich bin ich mit meiner Verfassung zufrieden.“
Bei den Männern siegte der Tscheche Jakub Krejci vor den Italienern Giovanni de Gennaro und Xabier Ferrazzi.
Der erste Tag des Kanu-Weltcups sorgte trotz regnerischem Wetter für einen Wettkampftag der Spitzenklasse. In den kommenden Tagen sind – bei mehr Sonnenschein – weitere Höhepunkte erwartet. Am heutigen Samstag treten die Kanuten im Canadier mit Stechpaddel an.
Die Finalläufe im Kajak Cross mit den oft dramatischen Kopf-an-KopfRennen starten am Sonntag gegen 13.30 Uhr.
Tickets sind unter folgendem Link erhältlich: https://www.eiskanalaugsburg.de/kanu-veranstaltungen/icf-canoe-slalom-world-cup/
WEITERE KANU-EVENTS AM EISKANAL IN 2026:
27. – 28. Juni Stechpaddel-Festival / Boot & Spiele / Baramundi-Cup
3. – 5. Juli ECA-Junior-Cup der European Canoe Association (ECA) für U18
Weitere Infos zu diesen Veranstaltungen finden Sie, soweit sie schon vorliegen, im
Internet unter https://www.eiskanal-augsburg.de/kanu-veranstaltungen/
Marianne Stenglein / Weltcup Pressebüro / 13.06.2026 Text: Anna Faber / Fotos: Michael Neumann




