Kanuslalom - Im Kajak Cross gibt es neue Gesichter
Kayak Cross - Nationale WM Qualifikation
Spannung pur bei der WM-Qualifikation im Kajak-Cross: Es gibt neue Gesichter - für Noah Hegge hat es in dieser Disziplin leider nicht gereicht!
Am letzten Tag der nationalen Qualifikationswettkämpfe im Kanuslalom und Kajak-Cross ging es am Sonntag auf dem Eiskanal in Augsburg richtig zur Sache. Die Kopf-an-Kopf-Rennen im Kajak-Cross standen an. Punktwertungen aus zwei Einzelläufen eine Woche zuvor in Markkleeberg flossen mit ein. Dementsprechend hatten einige Athletinnen und Athleten schon einen ordentlichen Rucksack mit nach Augsburg gebracht. Denn für die Gesamtwertung waren vier Wettkämpfe von Bedeutung: zwei Einzelläufe (Time Trials) und Punkte aus zwei Head-to-Head-Phasen. Das schlechteste Ergebnis aus den vier Wertungen wurde gestrichen.
In der Damenkonkurrenz waren die ersten drei Plätze bereits vor dem kleinen und großen Finale in der zweiten Head-to-Head-Phase vergeben, nur die Reihenfolge war noch nicht klar. Am Ende setzte sich Andrea Herzog (Leipziger KC) in der Gesamtwertung durch. „Ich glaube, ich hatte heute eine gute Ausgangsposition. Das war ein kleiner Puffer für mich heute. Das habe ich auch gebraucht“, sagte die 26-Jährige. Sie war mit einem ersten und zweiten Platz bei den Einzelzeitrennen in die Kopf-an-Kopf-Rennen gestartet. „Ich bin froh, dass ich die Quali so gut geschafft habe, im Cross und im Slalom.“ Jetzt freue sie sich auf die kleine Pause, bis es in wenigen Tagen in das Trainingslager nach Oklahoma City (USA) geht. „Ich bin auf jeden Fall gespannt, mal wieder eine neue Strecke kennenzulernen“, sagte die Leipzigerin.
Die Gesamtzweite Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach & KSA) war mit sehr schlechten Voraussetzungen in die Kopf-an-Kopf-Rennen gegangen, da sie ein Einzelzeitfahren als 14. abgeschlossen hatte. Doch in den Kämpfen Frau gegen Frau konnte die 34-Jährige ihre Schnelligkeit ausspielen und entschied fast alle Rennen für sich. Lediglich im letzten Finale musste sie sich Herzog und der Drittplatzierten in der Gesamtwertung, Annkatrin Plochmann (SGV Nürnberg-Fürth), geschlagen geben.
Alle drei Frauen sind auch in einer Slalom-Disziplin qualifiziert, „ich denke, da können wir auch mit einem ruhigen Gewissen in die internationale Saison blicken“, resümierte Cheftrainer Thomas Apel.
In der Herrenkonkurrenz gab es einige Überraschungen. Der Olympia-Dritte in dieser Disziplin, Noah Hegge (Kanu Schwaben Augsburg), schaffte es nicht, sich zu qualifizieren. Er war bereits mit einem zweiten und einem fünften Platz im Einzelzeitfahren vorige Woche nicht gut in die Cross-Wettbewerbe gestartet. Bei den Kopf-an-Kopf-Rennen in Augsburg lief es zunächst sehr gut – das erste Finale gewann der Augsburger. Doch in der zweiten Finalphase schaffte es der 27-Jährige nicht, sich für das große Finale zu qualifizieren. Das kleine gewann er zwar und hatte damit noch Chancen, als Dritter die Cross-Qualifikation zu beenden. Doch dann kam die „faustdicke Überraschung“, wie Cheftrainer Thomas Apel das Abschneiden von Konrad Marten (WSC Bayer Dormagen) bezeichnet. Der 20-Jährige gewann das letzte Finale und rutschte somit als Dritter in das WM-Team im Kajak-Cross. „Irgendwie hatte ich heute einen guten Tag“, erklärte der junge Mann sein Abschneiden und ergänzte, „die Arme haben sich gut angefühlt“. Eigentlich liege ihm Slalom mehr, aber über den Winter habe er eine gute Entwicklung im Cross genommen. „Ich habe viel daran gearbeitet und das hat sich schon ausgezahlt.“
Nicht ganz so überraschend war am Ende der Sieg von Felix Sachers (Leipziger KC). „Mit ihm haben wir einen Spezialisten dabei, den wir jetzt auch über den Winter gefördert haben“, sagte Thomas Apel. Während der 19-jährige Leipziger in der Slalom-Disziplin Canadier bei dieser Qualifikation überhaupt nicht punkten konnte, präsentierte er sich extrem stark im Cross. Bereits die Einzelzeitfahren hatte er mit den Plätzen eins und zwei abgeschlossen. „Es war mein Ziel in das A-Team zu fahren. Dass es jetzt mit dem ersten Platz geklappt hat, sehr gut“, sagte Sachsers.
Routinier in dieser Disziplin, Stefan Hengst (KR Hamm) wurde Zweiter in der Cross-Entscheidung. Schade sei, resümierte Apel, „dass Noah auf dem letzten Drücker noch aus dieser Disziplin heraus gekickt wird. Ich denke aber, auch das können wir verkraften.“
Ergebnisse Cross Damen:
1. Andrea Herzog (Leipziger KC)
2. Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach)
3. Annkatrin Plochmann (SGV Nürnberg-Fürth)
Ergebnisse Cross Herren:
1. Felix Sachers (Leipziger KC)
2. Stefan Hengst (KR Hamm)
3. Marten Konrad (WSC Bayer Dormagen)
Marianne Stenglein / Kanu Schwaben / Presse / 3.5.2026 Text und Fotos Uta Büttner






