Kanuslalom Weltcup in La Seu d'Urgell - Ricarda Funk wird im Kajak Cross Gesamt Weltcup Zweite

13.09.2026 16:24
von Marianne Stenglein

Kanuslalom Finale in La Seu d'Urgell - Funk wird Gesamt Weltcup Zweite im Kajak Cross

Weltcup-Finale La Seu’Urgell: Funk ist Gesamtweltcup-Zweite im Kajak-Cross

Ricarda Funk lebt und trainiert seit über einem Jahrzehnt in Augsburg und wir gratulieren unserem Kanu Schwaben Mitglied recht herzlich zum Titel der Gesamt Weltcup Zweiten im Kajak Cross!

Auch wenn am letzten Tag des Weltcup-Finales im Kanuslalom und Kajak-Cross im spanischen La Seu d’Urgell das deutsche Team keine Medaille einfahren konnte, gab es etwas zu feiern. Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach & Kanu Schwaben) hat im Gesamtweltcup bei Kajak-Cross den zweiten Platz belegt, punktgleich mit der Britin Kimberley Woods. Die Französin Camille Prigent gewinnt diese Wertung knapp mit drei Punkten Vorsprung, die jedoch im Gegensatz zu Funk und Woods an allen fünf Weltcups teilnahm. Die beiden Zweitplatzierten hatten einen Wettkampf ausgelassen.

In Spanien war Funk nach großem Kampf im Halbfinale ausgeschieden und landete damit auf Rang fünf. Ihr Nachteil im Halbfinale war erneut eine schlechte Startposition auf der Rampe. Sie kam nicht in das schnelle Wasser und hatte somit das Nachsehen gegen Monica Doria aus Andorra und die Französin Camille Prigent. Dennoch: Es war ein großer Kampf, nachdem ihr Start in die Kopf-an-Kopf-Rennen misslungenen war. Wegen eines Fehlers im ersten Lauf landete sie auf Platz vier und musste sich über den Hoffnungslauf zurückkämpfen, was ihr als Zweite auch gelang. Achtel- und Viertelfinale meisterte die Rheinländerin bravourös, traf taktisch sehr gute Entscheidungen und gewann diese Rennen. „Ich bin sehr zufrieden mit meiner gesamten Cross-Saison“, sagte Funk und räumte jedoch ein, „mein Fokus lag weiter auf dem Slalom. Aber beim Cross war ich im Modus, ich konnte umschalten und habe heute auch die richtigen Entscheidungen getroffen.“ Nach der Extrarund über die Repechages habe sie sich gut erholen können. „Dass jetzt noch ein Gesamtweltcup-Zweiter herausgekommen ist, ist sehr überraschend für mich, weil ein Weltcup gefehlt hat. Ich bin sehr happy.“

In der Herrenkonkurrenz präsentierte sich Marten Konrad (WSC Dormagen) als bester deutscher Mann sehr gut. Im Halbfinale hatte der 21-Jährige dann allerdings keine Chance mehr gegen die Neuseeländer Finn Butcher, Giovanni de Gennaro aus Italien und den Schweizer Martin Dougoud – zumal seine Startposition nachteilig war. Dennoch seine Rennen waren von großen von großem Kampf geprägt, der bis zum Halbfinale auch belohnt wurde. So zeigte der Dormagener in seinem Viertelfinale, dass es sich lohnt, bis zuletzt nicht aufzugeben. Der 21-Jährige schien bereits abgeschlagen Vierter zu werden. Dennoch attackierte er am letzten Aufwärtstor den bis dato Dritten und zog an ihm vorbei. Der Lohn: Platz zwei, weil der als Zweiter über die Ziellinie Gefahrene, Mathurin Madore aus Frankreich wegen eines nicht korrekt befahrenen Tores von der Jury nach hinten gesetzt wurde.

Annkatrin Plochmann (SGV Nürnberg-Fürth) schaffte es mit überzeugenden Kopf-an-Kopf-Rennen bis in das Viertelfinale, wo sie dann als Dritte gegen Monica Doria (Andorra) und Marjorie Delassus aus Frankreich das Nachsehen hatte.

Andrea Herzog (Leipziger KC) zeigte einen großen Kampf in ihrem Achtelfinale, in dem sie sich mit Jessica Fox aus Australien, der Britin Lois Lever und Lea Baldoni aus Kanada messen musste. Im Ringen um die Positionen befuhr die 26-Jährige ein Abwärtstor nicht korrekt, was sie auf Platz vier ihres Rennens katapultierte und das Ausscheiden bedeutete.

Ihr Clubkamerad Felix Sachsers ist ebenfalls im Achtelfinale ausgeschieden. Der 19-Jährige hatte bereits über die Repechages eine Ehrenrunde drehen müssen und deshalb eine ungünstige Position auf der Startrampe, womit er von Beginn an zu kämpfen hatte. Dafür leistete er aber für seinen ebenfalls in diesem Rennen befindlichen Teamkollegen Marten Konrad (WSC Dormagen) etwas Schützenhilfe. Denn während Sachsers am ersten Aufwärtstor mit dem Tschechen Vit Prindis um die Positionen kämpfte, konnte sich Konrad – das andere Aufwärtstor nutzend – etwas Luft zwischen Prindis und sich verschaffen. So kam der der 21-jährige Dormagener als Zweitplatzierter hinter dem Neuseeländer Finn Butcher eine Runde weiter.

Stefan Hengst (KR Hamm) war frühzeitig ausgeschieden. Der 32-Jährige konnte sich auch nicht über den Hoffnungslauf (Repechage) für das Achtelfinale.

Fazit von Cheftrainer Thomas Apel mit Blick auf die Olympia-Quotenplätze

Unmittelbar nach dem Weltcup-Finale sagte Cheftrainer Thomas Apel, „wir sind froh, dass wir mit dem Gesamtweltcup-Ergebnis von Ricarda mit einem positiven Aspekt hier losfahren können“, zumal sie an einem Wettkampf nicht teilgenommen hatte. „Dieses Endergebnis ist natürlich herausragend und zeugt von ihrer Konstanz in dieser unberechenbaren Disziplin.“ Neben Funks Gesamtergebnis hob er die Leistung von Marten Konrad hervor, „der gezeigt hat, dass er mit den ganz Großen mithalten kann“. Auch Annkatrin Plochmanns Ergebnis lobte er. „Sie hat sich hier sehr tapfer verkauft“.

Als Gesamtfazit im Slalom resümierte Apel, „wir haben uns in der zweiten Saisonhälfte nicht gut verkauft, haben es nicht geschafft, stabil die Leistungen abzurufen und noch jede Menge Arbeit vor uns“. Bezüglich des Kampfes um die Olympia-Quotenplätze sagte er, dass das deutsche Team im Cross der Damen mit Funk sehr gut dastehe. „Wir sind überraschenderweise – das zeigt, wie sehr sich die Ergebnisse aktuell noch durchmischen – auch mit den mittelmäßigen Leistungen von Sideris und Andrea noch in den Quotenplätzen vertreten. Wir wissen aber auch, dass sich mit der Arithmetik bei vier Streichrennen nächstes Jahr noch viel zusammenschieben kann und dass wir da nachlegen müssen. Um es positiv zu formulieren: Wir haben viel Potenzial, uns zu verbessern.“ In den Kajak-Disziplinen gebe es viel Arbeit. „Da werden wir im Nachgang der Saison in die Analyse gehen und schauen, welche Hebel wir ansetzen müssen.“

Marianne Stenglein / Kanu Schwaben Augsburg / Presse /13.9.2026 Text DKV Uta Büttner

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