Ricarda Funk fährt sich im Kajak Cross auf den vierten Platz
Bei der WM in OKC wurde Ricarda Funk vierte im Kajak Cross
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WM USA: Ricarda Funk fährt auf Platz vier im Kajak-Cross
Es war ein ganz großer Kampf von Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach & KSA), der am Ende nicht belohnt wurde. „Ellenbogen ausfahren und kämpfen, was das Zeug hält“, das war ihr Motto, mit dem die Rheinländerin an die Kopf-an-Kopf-Rennen am letzten Tag der Weltmeisterschaften im US-amerikanischen Oklahoma City herangehen wollte. Und das tat sie – bei 40 Grad. Gerade im Viertelfinale schien die Rheinländerin zunächst nach dem ersten Aufwärtstor geschlagen zu sein, ließ sich dort von einer Kontrahentin abkochen. Doch die 34-Jährige kämpfte sich großartig zurück und paddelte noch auf Platz zwei und damit in das Halbfinale, das sie bravourös mit Schnelligkeit und fantastischer Technik am ersten Aufwärtstor für sich entschied. Im Endlauf war sie zunächst relativ gut gestartet. Im harten Kampf um die Positionen bekam Funk dann eine Bootsspitze ab, doch eine Bestrafung für eine gefährliche Aktion bekam sie aufgebrummt. „Grundsätzlich bin ich happy, dass ich es bis ins Finale geschafft habe. Ich glaube, das ist schon einmal viel wert. Aber ja, wenn man in einem WM-Finale steht und drei von vier Leuten eine Medaille gewinnen – natürlich hofft man auf die Medaille. Der vierte Platz tut gerade extrem weh. Gesamtresümee Platz vier und Platz fünf, das ist bitter“, sagte Funk.
Am Ende konnten sich Alena Marx aus der Schweiz, Noemie Fox aus Australien und die Spanierin Miren Lazkano über Gold, Silber und Bronze freuen.
Funk fuhr mit dem vierten Rang das beste Cross-Ergebnis für das deutsche Team ein. Dabei war der Start der Deutschen in die Kopf-an-Kopf-Rennen im Kajak-Cross verheißungsvoll gelaufen. Neben Funk hatten sich auch Andrea Herzog (Leipziger KC), Annkatrin Plochmann (SGV Nürnberg-Fürth) und Stefan Hengst (KR Hamm) direkt im ersten Lauf für das Achtelfinale qualifiziert, mussten also keine Hoffnungsrunde drehen. Besonders stark dabei war das Rennen von Plochmann. Die 25-Jährige setzte sich in ihrem Lauf unter anderem gegen die Olympiasiegerin Noemie Fox aus Australien durch. Lediglich Felix Sachsers (Leipziger KC) musste über die Repechages eine Ehrenrunde drehen, wo sich aber dann auch durchsetzte.
Für Herzog war im Viertelfinale Schluss. Die 26-jährige Leipzigerin hatte einen extrem starken Lauf erwischt und kam als Dritte hinter der Britin Lois Leaver und der Olympiasiegerin Noemie Fox ins Ziel. Lediglich die Polin Klaudia Zwolinska konnte sie hinter sich lassen.
Hengst, Sachers und Plochmann sind im Achtelfinale ausgeschieden. Plochmann hat sich gut geschlagen, hatte aber in ihrem Rennen mit Kimberley Woods aus Großbritannien und Viktoriia Us aus der Ukraine gegen starke Kontrahentinnen zu kämpfen. Hengst und Sachers mussten im selben Heat antreten. Beide hatten vom Start weg Probleme und mussten am Ende dem Belgier Gabriel de Coster und Matyas Novak aus Tschechien den Vortritt lassen.
Der dritte deutsche Cross-Mann, Marten Konrad (WSC Dormagen) war bereits in der Qualifikation für die Kopf-an-Kopf-Rennen ausgeschieden.
Die Herrenkonkurrenz gewann der Tscheche Vit Prindis vor Dimitri Marx aus der Schweiz
und dem Briten Sam Leaver.
Nach den Cross-Entscheidungen mit Platz vier für Ricarda Funk resümierte Cheftrainer Thomas Apel, „es ist ein bisschen symptomatisch. Wir zeigen gute Leistungen. Wir haben manchmal das fehlende Quäntchen Glück und waren aber auch nicht in der Lage, dieses Glück für uns zu erzwingen. Deshalb bleiben unterm Strich gute Platzierungen stehen, die es, glaube ich, auch wert gewesen wären, mit Medaillen versilbert zu sein. Aber am Ende vom Lied steht die Null, und das ist ziemlich ernüchternd und enttäuschend für die harte Arbeit, die wir hier reingesteckt haben.“
Als Gesamtfazit der WM sagte Sportdirektor Jens Kahl, „Es ist ernüchternd, wenn wir keine Einzelmedaille mehr in den olympischen Disziplinen holen. Aber für mich wichtiger ist eigentlich der Blick auf die Olympia-Qualifikationen, weil es entscheidend ist, dass wir 2028 mit einer vollen Mannschaft hinkommen. Das ist uns hier momentan nicht gelungen. Das liegt auch sicherlich daran, dass es momentan immer noch zu wenig junge Athletinnen und Athleten gibt, die von unten Druck machen, damit die älteren weiter fokussiert bleiben, und dass überhaupt erst einmal ein Mannschaftsgefüge entsteht, wo ein gewisser Leistungsdruck entsteht. Das ist uns noch nicht gelungen. Da werden wir uns auch in den kommenden Wochen zusammensetzen und überlegen, was wir da machen können. Weil, ich glaube, das ist der Schlüssel dazu, dass wir auch demnächst irgendwann die Athletinnen und Athleten finden, die die entsprechenden Punkte holen, um 2028 mit einer vollen Mannschaft dabei zu sein.“ Noch einmal auf die WM geschaut, ergänzte Kahl, „es gibt natürlich auch ein paar unglückliche Momente. Sehr unzufrieden bin ich mit der Professionalität der ICF, mit einer, ich glaube, teilweise amateurhaften Arbeit der Schiedsrichter – insbesondere, was Entscheidungen betrifft, die ungleich getroffen werden. Wo manche Athleten für ihr Vergehen nicht bestraft werden, aber wir doch bestraft werden. Aber das darf nicht als Ausrede für uns gelten, dass wir noch einiges zu tun haben.“
Text: Uta Büttner
Live-Ergebnisse: https://www.canoeicf.com/canoe-slalom-world-championships/oklahoma-city-2026/results
Marianne Stenglein / Kanu Schwaben / 27.7.2026 Text und Fotos Uta Büttner















