Weltmeisterschaft 2026 in Banja Luka, Bosnien-Herzegowina - Normen Weber einfach Spitze

27.05.2026 15:47
von Marianne Stenglein

Starkes deutsches WM-Ergebnis in Banja Luka

Starkes deutsches WM-Ergebnis in Banja Luka

Deutschlands Wildwasser-Rennsportlerinnen und Rennsportler präsentierten sich bei der WM in Banja Luka so stark wie lange nicht mehr: Mit insgesamt drei Silbermedaillen

Banja Luka. Am 22. und 23. 5. standen die Sprint-Wettkämpfe an. Bereits die Vorläufe am Freitag verliefen aus deutscher Sicht vielversprechend.  Am Ende standen insgesamt 10  Boote im Finale: drei  Herren  Canadierfahrer, zwei Damen und zwei Herren im Kajak-Einzel. Bei den C2 standen zwei Damenboote sowie ein Herrenboot im Finale, wenn auch einige zur Qualifikation erst in den Zwischenlauf mussten.


Mit Spannung und hoch motiviert wurde den Finalläufen am Samstag entgegen gesehen, zumal Deutschland in der Vergangenheit noch nie so viele Boote in den Finals platziert hatte, wie dieses Jahr.  Am Samstag ging es bei den Einzelrennen dann „Schlag auf Schlag“.

Sprintfinale am Samstagvormittag: Silber für Puttkammer im Kajak-Einer

Für das beste deutsche Einzelergebnis sorgte Luisa Puttkammer im Kajak-Einer der Damen. Die junge Sprinterin steigerte sich gegenüber ihrem dritten Platz bei der WM im Vorjahr noch einmal deutlich und sicherte sich in Banja Luka den Vizeweltmeistertitel. Damit gelang ihr zugleich das beste deutsche WM-Ergebnis im Damen-Sprint seit 2004.

Teamkollegin Alina Zimmer überzeugte ebenfalls mit einem starken Rennen und belegte Platz acht unter insgesamt 15 Finalistinnen.

Starke Leistungen der Herren

Auch die deutschen Herren präsentierten sich in starker Form. Im Canadier-Einer belegten Normen Weber, Ole Schwarz und Dominik Pesch die Plätze sechs, acht und zwölf. Bei den Herren Kajakfahrern hatten sich mit Jasper Zehntgraf und Nicolas Niederle-Gomez ebenfalls zwei junge Athleten für das Finale qualifiziert. Die Leistungsdichte war enorm: Zwischen Platz eins und zehn lagen weniger als 1,5 Sekunden. Mit den Rängen sechs und acht zeigten beide eindrucksvoll, dass sie bereits Anschluss an die internationale Spitze gefunden haben.

Nur knapp an einer Medaille vorbei schrammte das deutsche Herrenboot im Canadier-Zweier. Weber und Schwarz führten ihr Finale zunächst an, ehe ein Fahrfehler in der letzten Passage wertvolle Zeit kostete. Am Ende fehlte dem Duo auf Rang vier lediglich rund eine halbe Sekunde auf die Siegerzeit.


Dieses Jahr standen beim Canadier-Zweier der Damen gleich zwei deutsche Boote im Finale. Obwohl es im deutschen Wildwasserrennsport lange Zeit nicht der Standard war, dass regelmäßig im Canadier der Damen  international mitgefahren wurde, war es umso erfreulicher, dass die Teams Feine/Simon und Gawehn /Zimmer mit den Platzierungen 6 und 7 bereits Anschluss an die Weltspitze haben.

Mannschaftsläufe am Nachmittag

Für Spannung sorgten auch die Mannschaftsläufe, wo man sich auf der kurzen Distanz eigentlich gar keine Fahrfehler erlauben darf, wenn man ganz vorne mitfahren möchte.
Hier sicherte sich das routinierte Canadier-Einer-Team Weber/Pesch/Schwarz souverän den Vizemeistertitel hinter dem Team aus Frankreich.  Zu erwähnen sind auch ein ehrenvoller vierter Platz des Kajak- Damenteams Zimmer/Puttkammer/Feine. Das C2-Herrenteam mit den geänderten  Besatzungen Niederle-Gomez/Schwarz, Zehntgraf/Pesch und Heilinger/Weber  fuhr ebenfalls  auf Platz vier.

Besonders hervorzuheben  ist auch die K1-Mannschaft der Herren (Zehntgraf/Niederle-Gomez/Becker), die  mit dem sechsten Platz ein Top-Resultat erzielte, zumal sie im gesamten Teilnehmerfeld die jüngste Mannschaft war. Alle drei Teilnehmer waren noch U23,  so wie auch die  Damen  A. Zimmer und  L. Puttkammer.
Das lässt auch in den Kajakdisziplinen für die nächsten Jahre auf weitere Erfolge hoffen. Speziell im Hinblick auf die im Sommer stattfindenden EM der U18 und U23 in Grandtully in Schottland,  kann der DKV optimistisch nach vorne schauen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass die diesjährige WM aus deutscher Sicht erfolgreicher ausgefallen ist als vor zwei Jahren in Spanien. Nicht nur, dass es mehr Silbermedaillen gab, sondern auch die Anzahl der Top Ten -Platzierungen hat sich deutlich erhöht. Das lässt optimistisch in die Zukunft blicken, mit der Aussicht, dass das mehrheitlich junge deutsche Team mit ein wenig mehr internationaler Erfahrung  in Zukunft die Ergebnisse von Banja Luka noch toppen kann.
Abschließend  waren die Beteiligten sehr zufrieden mit fairen Wettkämpfen unter gleichartigen Bedingungen für alle, trotz täglich variierendem Wasserstand auf dem Vrbas

Wir gratulieren ganz besonders unserem WW Rennsport Spezialisten Normen Weber (auch sehr erfolgreich im SUP Stand-up-Paddling) zu seinen fantastischen Wettkämpfen und seinen Einzel- sowie Mannschaftsmedaillen, aber auch unserer Sabine Füßer. Auch die Masters-Wettbewerbe wurden am Donnerstag fortgesetzt. Im Kajakeiner der Damen setzte sich Sabine Füßer eindrucksvoll durch und gewann mit deutlichem Vorsprung vor Spanien und Großbritannien die Goldmedaille. Aufgrund der zu geringen internationalen Beteiligung wurde in dieser Kategorie jedoch kein offizieller WM-Titel vergeben.

Marianne Stenglein ( Kanu Schwaben Augsburg  / 27.5.2026 Text: J. Herzog/W. Kennel, Bilder: W. Kennel und KKK Vrbas)

WM-Medallien des Deutschen Team:

Silber -  Canadier-Team  Classic (Weber/Schwarz/Pesch)

Silber - Kajak-Einer Sprint Louisa Puttkammer

Silber - Canadier-Team SprintHerren (Weber/Pesch/Schwarz)

Bronze -  Kayak-Team Damen Classic  (Schmidt/Weber/Feine)

Bronze - Canadier-Zweier Herren Classic (Weber/Schwarz)

 

 
 

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